Low-Level-Lasertherapie (LLLT) bei Haarausfall – wie Licht Haarwurzeln stimulieren kann
Haarausfall ist für viele Menschen mehr als nur ein kosmetisches Thema. Wenn die Haare dünner werden, fühlt sich das oft verunsichernd an. Man schaut genauer in den Spiegel. Man probiert Produkte aus. Und irgendwann stellt sich die Frage:
„Gibt es etwas, das wirklich an der Ursache ansetzt?“
Die Low-Level-Lasertherapie – kurz LLLT – ist eine Methode, die nicht am Haar selbst arbeitet, sondern an der Haarwurzel. Und genau dort entsteht Haarwachstum.

Was ist Low-Level-Lasertherapie?
Die Low-Level-Lasertherapie ist eine Form der Lichttherapie. Sie arbeitet mit rotem oder nahinfrarotem Licht in einem bestimmten Wellenlängenbereich (meist zwischen 630 und 850 Nanometern). Wichtig zu verstehen:
- Es handelt sich nicht um einen chirurgischen Laser.
- Es entsteht keine Hitze.
- Es wird keine Haut verletzt.
- Die Anwendung ist schmerzfrei.
Das Licht dringt einige Millimeter in die Kopfhaut ein. Dort trifft es auf Zellen der Haarwurzel. Unsere Zellen besitzen kleine „Energiekraftwerke“, sogenannte Mitochondrien. Diese produzieren Energie in Form von ATP. Ohne diese Energie können Zellen ihre Aufgaben nicht richtig erfüllen – auch Haarzellen nicht. LLLT soll genau diesen Prozess unterstützen.

Warum spielt Energie eine Rolle beim Haarwachstum?
Haarwachstum ist kein passiver Vorgang. Jedes einzelne Haar entsteht in der Haarwurzel – und dort laufen dauerhaft aktive Stoffwechselprozesse ab. Damit ein Haar kräftig wachsen kann, müssen die Zellen der Haarwurzel kontinuierlich arbeiten. Dafür benötigen sie eine stabile Versorgung mit Sauerstoff, Nährstoffen und vor allem ausreichend Zellenergie.
Diese Energie wird in den Zellen in Form von ATP (Adenosintriphosphat) produziert. ATP ist gewissermaßen der „Treibstoff“ der Zelle. Ist die Energieproduktion reduziert, verlangsamen sich auch die Wachstumsprozesse. Das betrifft besonders Gewebe mit hoher Zellteilungsrate – wie die Haarwurzel.
Bei der androgenetischen Alopezie, also dem erblich bedingten Haarausfall, verändert sich die Situation schrittweise. Die sogenannte Anagenphase – die aktive Wachstumsphase des Haares – verkürzt sich zunehmend. Gleichzeitig schrumpft der Haarfollikel. Die Haare werden feiner, kürzer und weniger sichtbar. Dieser Prozess wird als Miniaturisierung bezeichnet.
Wichtig ist: Die Haarwurzel verschwindet nicht sofort. Sie wird zunächst kleiner und weniger aktiv. In diesem Stadium ist sie häufig noch vorhanden, reagiert jedoch empfindlicher auf Durchblutungsstörungen, hormonelle Einflüsse oder energetische Einschränkungen. Genau hier setzt eine unterstützende Stimulation an – mit dem Ziel, die Bedingungen für aktives Haarwachstum zu verbessern, solange die Haarwurzel noch reaktionsfähig ist. Deshalb ist die LLLT zentraler Bestandteil des COSTHEA Behandlungskonzepts.
Wie kann LLLT die Haarwurzel beeinflussen?
Studien zur sogenannten Photobiomodulation zeigen mehrere mögliche Effekte:
- Steigerung der Zellenergieproduktion (ATP)
- Verbesserung der Durchblutung der Kopfhaut
- Unterstützung der Wachstumsphase
- mögliche Reduktion entzündlicher Prozesse
Einfach gesagt: Die Zellen bekommen bessere Bedingungen, um aktiv zu bleiben.
Wichtig ist jedoch: LLLT kann keine neuen Haarfollikel erzeugen. Sie kann nur bestehende, noch aktive oder geschwächte Haarwurzeln unterstützen.

Was sagt die wissenschaftliche Studienlage?
LLLT wurde in mehreren randomisierten kontrollierten Studien untersucht. Diese zeigen positive Effekte – jedoch abhängig vom Stadium des Haarausfalls und der individuellen Ausgangssituation.
01
Lanzafame et al., 2013
Randomisierte, placebokontrollierte Studie bei Männern mit androgenetischer Alopezie.
Ergebnis: Signifikante Zunahme der Haardichte im Vergleich zur Placebogruppe.
02
Jimenez et al., 2014
Untersuchung bei Männern und Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall.
Ergebnis: Verbesserung der Haardichte und gute Verträglichkeit.
03
Avci et al., 2014 (Review-Artikel)
Übersichtsarbeit zur LLLT bei androgenetischer Alopezie.
Fazit: LLLT gilt als sichere und vielversprechende Therapieoption mit positiver Studienlage.
Für wen kann Low-Level-Lasertherapie bei Haarausfall sinnvoll sein?
Die Low-Level-Lasertherapie (LLLT) eignet sich vor allem für Formen des Haarausfalls, bei denen die Haarwurzel noch vorhanden und grundsätzlich aktivierbar ist. Entscheidend ist nicht, wie lange der Haarausfall besteht – sondern ob noch reaktionsfähige Haarfollikel vorhanden sind
Geeignet bei erblich bedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie)
Bei der androgenetischen Alopezie verkleinern sich die Haarfollikel schrittweise. Die Haare werden feiner, kürzer und weniger dicht. Dieser Prozess wird als Miniaturisierung bezeichnet. In frühen und mittleren Stadien sind die Haarwurzeln meist noch vorhanden – jedoch geschwächt. Genau hier kann eine Low-Level-Lasertherapie bei Haarausfall unterstützend eingesetzt werden, um die biologischen Bedingungen in der Kopfhaut zu verbessern.
Möglich bei diffuser Haarausdünnung
Bei diffuser Haarausdünnung wirkt das Haar insgesamt weniger dicht, ohne klar abgegrenzte kahle Stellen. Solange aktive Haarfollikel vorhanden sind, kann LLLT eine ergänzende Maßnahme sein, insbesondere wenn die Haardichte erhalten und stabilisiert werden soll.
Nicht sinnvoll bei vollständig zerstörten Haarfollikeln
Wenn Haarfollikel dauerhaft zerstört oder vernarbt sind, kann auch eine Stimulation keine neue Haarwurzel erzeugen. LLLT kann vorhandene Strukturen unterstützen – sie ersetzt jedoch keine verlorenen Follikel. Typische Beispiele sind: langjährig komplett kahle Stellen ohne aktive Haarwurzel oder vollständig vernarbte Areale.
Warum eine fachliche Einschätzung wichtig ist
Ob eine Low-Level-Lasertherapie bei Haarausfall sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab. Entscheidend ist, ob noch reaktionsfähige Haarwurzeln vorhanden sind und in welchem Stadium sich der Haarausfall befindet. Deshalb sollte LLLT nicht isoliert betrachtet, sondern im Rahmen eines strukturierten Behandlungskonzepts beurteilt werden.
Wie läuft eine Low-Level-Lasertherapie (LLLT) ab?
Eine Low-Level-Lasertherapie bei Haarausfall ist eine nicht-invasive Anwendung. Das bedeutet: Es wird weder geschnitten noch injiziert, und die Haut bleibt unverletzt.
Während der Behandlung wird das spezielle rote Licht gleichmäßig auf die Kopfhaut abgegeben. Die Anwendung erfolgt in entspannter Position und ist in der Regel schmerzfrei. Eine Betäubung ist nicht erforderlich, da keine Hitzeentwicklung oder mechanische Reizung entsteht.
Eine einzelne LLLT-Sitzung dauert meist nur 20 Minuten. Die genaue Dauer hängt vom verwendeten System und dem Behandlungsplan ab.
Warum sind mehrere Anwendungen notwendig?
Haarwachstum folgt einem natürlichen Zyklus. Jedes Haar durchläuft eine Wachstumsphase (Anagenphase), eine Übergangsphase und eine Ruhephase. Veränderungen in der Haarwurzel werden deshalb nicht sofort sichtbar.
Eine Low-Level-Lasertherapie zielt darauf ab, die Bedingungen für aktives Haarwachstum zu verbessern. Damit dieser Prozess unterstützt werden kann, sind regelmäßige Anwendungen über mehrere Monate erforderlich. Nur so können mehrere Haarzyklen beeinflusst werden. Erste sichtbare Veränderungen entstehen in der Regel schrittweise – nicht abrupt.

